CERES stellt sich vor: Sabrina Weiß

 

 

Was sind Ihre Forschungsthemen?
Seit 2010 bin ich Doktorandin in der Nachwuchsforschergruppe „Religion vernetzt“ unter der Leitung von Alexander Nagel. Das Thema meiner Forschungsarbeit sind Wandlungsprozesse koreanischer Migrantenkirchen in NRW, die ich aus einer religionssoziologischen Perspektive untersuche. Religion und Migration und neuerdings die Beschäftigung mit zeitgenössischen Sakralbauten, sind die Themen, die mich umtreiben.

Was haben Sie eigentlich studiert?
Ich habe in Berlin an der Freien Universität Berlin im Hauptfach Religionswissenschaft und im Nebenfach Ostasiatische Kunstgeschichte auf Magister studiert. Als zweites Nebenfach belegte ich Geschichte und Gesellschaft Südasiens. Mir war es damals wichtig, ergänzend zu meinem Hauptfach, historische und kunsthistorische Kompetenzen zu Gesellschaften und Religionen im asiatischen Kulturraum zu erwerben. Ich hatte den Wunsch, verschiedene fachdisziplinäre Perspektiven zu berücksichtigen und miteinander zu verbinden, obwohl mir in der Studienberatung davon abgeraten wurde. Ich bereue meine Entscheidung nicht.

Was schätzen Sie an der Bochumer Religionswissenschaft?
Ich schätze an der Bochumer Religionswissenschaft, dass sie durch die Vielfalt der Forschungsthemen einerseits breit aufgestellt ist und durch das Käte Hamburger Kolleg andererseits ein Anziehungspunkt für Wissenschaftler/innen aus aller Welt ist. Das sorgt auf vielen Ebenen für einen breit gefächerten Austausch – sowohl theoretisch als auch methodisch. Insbesondere der Wille, verschiedene Fachdisziplinen miteinander ins Gespräch zu bringen und Kooperationen anzustreben, halte ich für eine notwendige und produktive Grundlage.

Darüber hinaus denke ich, dass aus den oben genannten Gründen die Bochumer Religionswissenschaft ein attraktiver Standort für Studierende ist, die Religionswissenschaft in unterschiedlicher Kombination mit anderen Fächern studieren wollen und ein entsprechendes Angebot finden. Beispielsweise können hier Methoden empirischer Sozialforschung erlernt werden, die dann in Forschungspraktika erprobt werden können. Diese Möglichkeiten sind keine Selbstverständlichkeit.

Würden Sie auch gerne noch etwas verändern?
Ich würde mir wünschen, dass noch mehr handlungsorientierte Lehr- und Lernmethoden angewandt werden. Das Selbstbewusstsein Religionswissenschaftler/in zu sein, sollte sich nicht erst mit einem bescheinigten Abschluss einstellen, sondern bereits vorher erfahrbar gemacht werden. Das Schöne an unserem Forschungsgegenstand ist doch, dass er überall gegenwärtig und beobachtbar ist. Man muss nur genau hinschauen (wollen). Dieser Punkt kommt mir deshalb in den Sinn, weil man eigenes Studium im Prinzip sehr theoretisch ausgerichtet war. Irgendwann habe ich mit Faszination festgestellt, dass die Dozierenden in der vorlesungsfreien Zeit Forschung auf der ganzen Welt betreiben. Aber der Austausch darüber fehlte allzu oft. In meinem Studium der Ostasiatischen Kunstgeschichte in Berlin hatten wir dank dem nahen Ostasiatischen Kunstmuseum die einmalige Möglichkeit, die Studienobjekte nicht nur sehen, sondern mitunter auch anfassen zu dürfen, zum Beispiel Teeschalen, die in Teezeremonien eingesetzt wurden. Die größte Lernzuwachs stellt sich meiner Meinung nach ein, wenn es die Möglichkeit gibt, selber aktiv zu sein (oder werden zu müssen) und darüber Erfahrungen zu sammeln.

Gibt es noch ein anderes Hobby neben der Wissenschaft?
Ich koche gern. Das mache ich dann, wenn ich abends nach Hause komme. Ich bin auch ein wahnsinniger Filmjunkie und schaue mir wirklich alles an. Momentan haben mir es vor allem Dokumentationen angetan, z.B. „Jäger des Augenblicks“ über drei berühmte Bergsteiger, die Dinge mit ihrem Körper anstellen können, die mich Staunen lassen und mich daran erinnern, dass ich öfter mal an die frische Luft gehen sollte.

Was möchten Sie unseren Studierenden mit auf den Weg geben?
Nutzt alle Möglichkeiten, die die Religionswissenschaft in Bochum euch bietet, um über den Tellerrand zu schauen: Praktika, Lehrforschung, Auslandsstudium und die entsprechenden Beratungsangebote dazu. Schließlich geht es darum herauszufinden, welchen Schwerpunkt ihr in eurem Studium setzen wollt. Das bietet Orientierung und regt zu neuen Fragestellungen an.